Willkommen auf Schloss Gröditz

Schloss Gröditz

Sehr verehrte Damen und Herren,

ich heiße Sie herzlichst willkommen auf Schloss Gröditz. Vielleicht haben Sie schon auf der Fahrt nach Görlitz über die Autobahn A4 die freundlich gelbe Barockkirche nahe der Stadt Weißenberg bemerkt. Wenn Sie etwas genauer hinschauen, entdecken Sie südlich davon auch das Herrenhaus der historischen Rittergutsanlage.

Die Chronik der Besitzerpersönlichkeiten des Schlosses, die hohe Ämter in der sächsischen Geschichte bekleideten, ist lang und eine wahre Fundgrube für alle geschichtlich Interessierten!

Zum gesamten Rittergutskomplex gehören nicht nur das Schloss, sondern auch eine knapp 1200 Jahre alte sorbische Wallanlage (Schanze), ehemalige Wirtschaftsgebäude und eine Parkanlage.

Dahinter erstreckt sich das Naturschutzgebiet der Gröditzer Skala. Um diese Einheit zu erhalten und einer Zerstückelung des Areals vorzubeugen, wurde das Schloss meiner Vorfahren im Jahr 2006 in eine Stiftung überführt. Gemeinsam mit dem Förderverein Pro Gröditz e V. soll Natur- und Kulturschutz verbunden werden, um damit wirtschaftliche Strukturen im Sinne von sanften Tourismus zu schaffen.

Dabei haben wir ein klares Konzept für die zukünftige Nutzung vor Augen. Helfen auch Sie mit, indem Sie eine Mitgliedschaft beantragen oder mitspenden.

Mit den besten Grüßen,

Ihr Beat von Zenker zu Pommritz

Unsere Veranstaltungen

Förderverein Pro Gröditz e.V.

Als Mitglied unterstützen Sie unsere Arbeit aktiv und erhalten Zugang zu exklusiven Events und Neuigkeiten rund ums Schloss.

Der Förderverein Pro Gröditz e.V. wurde im April 2007 gegründet und setzt sich seitdem für die Erhaltung unseres historischen Schlosses ein. Wir organisieren Veranstaltungen, Führungen und Projekte, um die Geschichte lebendig zu halten und den kulturellen Austausch zu fördern. Er ist eine gemeinnützige Organisation, welche derzeit aus ca. 20 Mitgliedern besteht.

Werden auch Sie Mitglied und helfen Sie mit!

Ansprechpartner vor Ort und Mitglied im Vereinsvorstand ist Frau Dr. Gudrun Hetzel. Sitz des Vereines ist Schloss Gröditz.

Förderverein Pro Gröditz e.V.

Ansprechpartnerin: Frau Dr. Gudrun Hetzel

Am Schloß 12

02627 Weißenberg OT Gröditz

✉️ Kontaktformular

Der Förderverein Pro Gröditz e.V. ist der Meinung, dass Gröditz mit seinen historischen Bauwerken, der attraktiven Lage am Löbauer Wasser und der angrenzenden Gröditzer Skala ein Kapital besitzt, auf das es stolz sein kann und das es zu bewahren und aufzubauen gilt.

Lange Zeit galt Schloss Gröditz durch seine Nutzung als Tuberkulose- und später Nervenheilanstalt als Fremdkörper in der eigenen Dorfstruktur. Diese Fremdnutzungen waren nicht zum Wohle des Hauses und luden nicht dazu ein, sich näher mit demselben auseinanderzusetzen. Der Förderverein will an dieser Stelle eine Lücke füllen.

Teile des Schlosskomplexes sollen öffentlich für Ausstellungen im dörflichen Rahmen und als Sitz des Vereines genutzt werden.

Zielsetzungen

  • Erhalt des lokalhistorischen Gemeingutes und Heranführung interessierter Bevölkerungskreise durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen.
  • Unterstützung bei Erhalt und Restaurierung von Schloss und Park, Bewahrung der historischen Substanz.
  • Regionale und überregionale Werbung für Schloss und Verein durch verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit.
  • Aufbau eines vernetzten übergreifenden gemeinnützigen Wirkens zu Gunsten von Gröditz und der Gröditzer Skala.
  • Beantragung und Durchführung historischer Studien, um Gröditz den Gröditzern geschichtlich näher zu bringen.
  • Erhalt und Pflege der sorbischen Artefakte.

aktuelle Fotos

Das Schloss

Das Herrenhaus verläuft unmittelbar am steil abfallenden Hochufer des Löbauer Wassers. Das barocke Gebäude erstreckt sich über 3 Etagen.

Über dem Obergeschoss thront ein hohes Mansarddach – ein sogenanntes Pragerdach. Der Grundriss des Gebäudes zeigt eine unregelmäßige Anordnung der einzelnen Räume des Erdgeschosses und ist das Ergebnis mehrfacher An- und Umbauten.

Das Schloss verfügt über 2 Eingänge. Betritt man das Haus über das Haupteingangsportal gelangt man in die Empfangshalle. Rechts davon befinden sich Empfangs-, Herren- und Damenzimmer nebst einer Bibliothek. Linkerhand gelangte man ins großräumige Speisezimmer. Dahinter liegen Küche, Speisekammer und Anrichte. In diesem Bereich befindet sich ein zweiter Zugang – der ehemalige Dienstboteneingang.

Durchschreitet man den Empfangssaal, gelangt man über das Treppenhaus ins Obergeschoss. Auf etwa halber Treppe befindet sich der Austritt, der Altan. Äußerlich schon fast an den Teil einer Burg erinnernd, wird einem hier ein wundervoller Blick über die angrenzende Gröditzer Skala hinunter auf die Schlosswiese gewährt.

Im Obergeschoss befanden sich die Schlafräume der Herrschaften, Kinderzimmer, Salon,Boudoirs, Herrenzimmer und Esszimmer nebst Anrichte. Jeder Stock hatte seinen eigenen Essbereich abgestuft nach Hierarchien, d.h. die untersten Dienstränge zuoberst unter dem Dach. Das Esszimmer der Herrschaft befindet sich auf der Beletage, im ersten Stock.

Das Dachgeschoss war in erster Linie für das Dienstpersonal und Arbeiten des Dienstpersonals konzipiert. Hier gab es Fremdenzimmer, Mädchenkammern, Waschküche, Wäscheboden, Plättstube, Küche und Räucherkammern.

Außerhalb des Schlosses – unweit des Dienstboteneingangs liegt der historische Eiskeller.

Die Pilgerherberge (im Bau)ist das ehemalige Waschhaus. Ein eingeschossiger Bau, in welchem die Wäsche gewaschen und geplättet wurde.

Das Gotische Haus erstreckt sich über 3 Etagen, grenzt unmittelbar an das Hauptgebäude und verläuft entlang dem Hang zur Gröditzer Skala. Es ist eine Oberlausitzer Sensation. Der Keller ist aus dem 13. Jahrhundert, das Erdgeschoss aus dem 15. Jahrhundert, der erste Stock aus dem 16. Jahrhundert und der Dachstock ist frühes 17. Jahrhundert. Es weist Ähnlichkeiten zu den Görlitzer Bürgerhäusern auf. Der Architekt Nitzsche aus Görlitz vertritt die These einer mittelalterlichen Fürstenherberge.

Gegenüber dem Schloss befindet sich ein ehemaliger Scheunenkomplex. Eine Hälfte der Scheune dient zu Wohnzwecken. Die Scheunengebäude sind unterteilt nach Pferdestall, Kuhstall und Inspektorhaus. Während der Sanierung von 1920 wurden alte Teile des Schlosses sorgfältig zur Erinnerung eingebaut. So befindet sich über dem Kuhstall ein Doppelallianzwappen der Familie von Gersdorff aus dem 18. Jahrhundert.

Der Schlosspark

Wichtiger Bestandteil der Schlossanlage ist der Schlosspark. Dieser erstreckt sich südlich, westlich und nördlich des Schlosses. Hierbei handelt es sich um eine überaus interessante und kulturhistorisch wertvolle Parkanlage innerhalb der Oberlausitz. Ihr wissenschaftlicher und regionalhistorischer Wert beruht vor allem in der Verbindung bzw. Einbeziehung einer alten slawischen Schanzenanlage sowie der ablesbaren koninuierlichen Entwicklung des Parks seit dem ausgehenden 17. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Naturschutzgebiet Gröditzer Skala.

Auf dem südlichen Gelände der heutigen Parkanlage befinden sich die Reste einer ca. 1000 Jahre alten slawischen Befestigungsanlage. Die sogenannte „Gröditzer Schanze“ ist in Form eines Abschnittwalles angelegt und ist ein wichtiges Zeugnis für die frühe Besiedlung des heutigen Schlossgeländes und des Ortes Gröditz. Mit ihren zum Teil steil ansteigenden Erdaufschüttungen prägt sie das Stimmungsbild des Parks wesentlich.

Es ist davon auszugehen, dass bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Nutz- und Ziergärten um Schloss Gröditz existierten. Hans von Gersdorff war Besitzer des benachbarten Rittergutes Weicha und wird häufig auch mit dem Ort Gröditz in Verbindung gebracht. In seiner erhaltenen Bibliothek befand sich unter anderem das Buch „Vom Garten-Baw“ von Johann Sigismund Elßholtz aus dem 17. Jahrhundert.

Spätestens mit dem Ausbau des Schlosses in den 1730er Jahren muss von einer begleitenden Gartenanlage ausgegangen werden. Aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts existieren Ansichten des Schlosses sowie Lehnsakten, als Carl August Gotthelf von Gersdorff Besitzer der Anlage war. Die Akten enthalten eine umfassende „Grund-Taxa“ mit der Beschreibung des Rittergutes. Unter anderem wird zum ersten Mal nachweislich ein Lustgarten mit 212 Orangeriebäumen, Gewächshaus und einer Allee nach Süden erwähnt.

Schlosspark

Ende des 18. Jahrhunderts integrierte die Familie von Gersdorff die alte slawische Schanzenanlage sowie die östlich angrenzende Gröditzer Skala in die Parkgestaltung. Durch die höhenmäßig exponierte Lage der „Gröditze Schanze“ wurden auf der Oberkante der slawischen Wallanlage Sitzplätze eingerichtet – steinerne Bänke mit Blick auf das Oberlausitzer Bergland sowie ein steinerner Rundtisch und Steinbank mit Blick auf Bautzen. Auch die Felsenkanzel an der Ostseite der Schanze scheint in dieser Zeit angelegt worden zu sein.

Der ab 1896 in Besitz des Schlosses gekommene Generalmajor Gustav Herrmann Oskar Krauß ließ die Gartenanlagen erneut umgestalten und erweitern. Dafür spricht ein Aufmaß- und Lageplan der Schlossanlage aus dem Jahr 1922, der von dem Architekten und Burgenforscher Bodo Ebhardt nach dem Brand des Schlosses angefertigt wurde. Die Parkanlage ist im Stil einer gemischten Anlage aus regelmäßigen und landschaftlichen Formen gestaltet. Der im Park vorhandene Baumbestand aus alten Linden, Platanen und Blut-Buchen dürfte teilweise aus dieser Zeit stammen.

Nach der Enteignung der Familie von Krauß 1945 wurde das Schloss seit den 1950er Jahren als TBC-Heim genutzt. In dieser Zeit kam es zum Bau einer offenen Ruhehalle südlich des Schlosses, wodurch die optische und gestalterische Verbindung von Schloss und Parkanlage unterbrochen wurde. Ab 1967 dienten Schloss und Park als Außenstelle des Fachkrankenhauses für Psychiatrie und Neurologie Großschweidnitz. Besonders im Süden und Westen des Schlosses kam es dabei zu einschneidenden Veränderungen der Gartenanlage. Der Bereich der slawischen Schanze verwilderte.

Der Verein „Pro Gröditz eV.“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, neben den nötigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen des Schlosses, auch den Park wiederherzustellen und erlebbar zu machen. Dabei ist es ein wesentliches Ziel, den alten Baumbestand zu erhalten und zu pflegen, verwachsene oder veränderte Wege zu restaurieren bzw. zu erneuern, die gestalterischen und optischen Beziehungen zur Gröditzer Skala, dem Oberlausitzer Bergland und Bautzen wiederherzustellen sowie historische Ausstattungselemente z.B. alte Steinbänke zu sanieren.

In Zukunft sollen Schloss und Park einen Mittelpunkt im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Region von Weißenberg, des Kreises Bautzen und der Oberlausitz darstellen.

Falk Lorenz, Dipl.-Ing. für Landschaftsarchitektur

Geschichte

Schlosspark

Schon 1222 wird Gröditz (damals Gradis, dann Grodis, Grödis) als Rittergut mit eigener Pfarre erwähnt.

Natürlich ist der Ort älter, denn die Schanze des Schlosses weist eine aktive Besiedelung durch die Sorben mit typischer Wehrschanze ab 800 hin, welche dann durch das aufkommende Rittertum im 12. Jahrhundert abgelöst wurde.

Das Rittergut scheint im 13. und 14. Jahrhundert einer Familie von Porsitz gehört zu haben. (Knothe, Geschichte des Oberlausitzer Adels und seiner Güter,1879). Ihr Wappen ist an der Kirche zu Gröditz angebracht.

Anfang des 15. Jahrhunderts ging das Gut auf die verschwägerte Familie von Maxen des Vorbesitzers Hans von Klüx über, welcher als Schlossgründer um 1222 gelten kann. Klar ist, dass bereits vor 1222 ein burgartiges Herrenhaus (vielleicht das Gotische Haus) innerhalb der Schanzenanordnung gestanden haben muss, und Hans von Klüx sein Schloss daneben als Steinbau gebaut haben wird. Bis zum Beginn des 30jährigen Krieges, also mindestens 200 Jahre, verblieb das Gut im Besitz der Herren von Maxen, die damals in der Oberlausitz hohe Ämter innehatten.

Um 1530 wurde ein Haug von Maxen auf Gröditz Schöppe (Richter) am Hofgericht zu Bautzen. Er genoss im Lande und auch beim Landesherren ein hohes Ansehen, wurde 1547 kaiserlicher Kommissar, 1553 Kaiserlicher Rat und 1557 Amtshauptmann der Oberlausitz zu Bautzen.1562 vergrösserte Haug von Maxen seinen Besitz in Gröditz durch Zukauf des Rittergutes Weicha und starb 1565 auf dem königlichen Schloss zu Bautzen. In dieser Zeit wurde auch Gröditz erweitert und standesgemäss umgebaut.

Schlosspark

Von seinen drei Söhnen war Hans von Maxen, der in Gröditz verblieb, der Älteste. Er heiratete Anna von Sundhausen und wurde 1572 ebenfalls Amtshauptmann zu Bautzen. Eine seiner Töchter, Katharina von Maxen (* um 1550) heiratete Wigand von Salza auf Linda, der unter dem Grafen von Mansfeld kämpfte und deshalb wohl wenig Zeit für sein Gut in Lauban hatte.

Nachfolgende Besitzer von Gröditz waren Hans -Wolf von Gersdorf (gestorben 1648): Siegmund Adolf der Ältere (gest. 1691) und dessen Bruder Hans von Gersdorf. 1692 kaufte Siegmund Adolph der Jüngere (gestorben 1704) Gröditz, dessen Sohn Hans Caspar von Gersdorf 1721 mit dem Gut belehnt wurde und der 1754 starb.

Hans Caspar deckte das Haus 1732 erstmals mit Ziegeln ein, was für die damalige Zeit aufgrund der enormen Kosten, nicht selbstverständlich und ein Zeichen von Reichtum war. Auch gegen aussen wurde ein für die Zeit einmaliger Barockgarten mit sagenhaften 400 Orangen- und Zitrusbäumen angelegt. Durch Erbteilung folgten ihm seine vier Söhne, von denen es 1763 Carl August von Gersdorf alleine übernahm.1786 starb Carl August von Gersdorf und seine Kinder verkauften 1789 das Rittergut an Wigand Ernst Traugott von Gersdorf auf Gut Mückenhain, der das Gut bereits 1796 an Heinrich Rudolph von Gersdorf veräusserte. Der Kaufpreis hatte 1789 60000 Taler betragen (in einer Zeit wo das Durchschnittseinkommen eines Bauern auf 30 Taler pro Jahr geschätzt wurde).

Schlosspark

Heinrich Rudolph von Gersdorf starb aber schon 1797 und hinterliess das Gut seinen Söhnen, wobei der ältere Carl Heinrich Traugott von Gersdorf dann seine Hälfte 1817 dem jüngeren Bruder Ernst Gustav von Gersdorf verkaufte.

Nachdem das Gut 1831 in Erbgut verwandelt war, starb Ernst Gustav von Gersdorf 1843. Seine Witwe Wilhelmine Caroline Frederike geborene von Gersdorf, (Gersdorfstiftung, der Wappenstein des Ehepaars hängt heute noch in Gröditz) verkaufte Gröditz 1851 mangels Nachkommen an ihren Neffen Rudolf von Gersdorf für 119000 Taler. Dazu kam eine der Verkäuferin zu gewährende Leibrente, von 200 Talern im Jahr.

Georg Rudolf von Gersdorf war Königlich Sächsischer Oberhofmarschall. Dieser baute das Schloss 1872 in seiner heute barocken Art um. 1894 verstarb Hans Rudolf auf Gröditz in seinem 90. Lebensjahr.

1896 wurde das Gut inkl. allen Mobiliars von Clara von Krauss, der Tochter des legendären Dresdner Müllers (Hofmühle) und Industriellen Traugott Bienert gekauft und Ihrem Gatten General Oskar von Krauss zugebracht. Dieser wandelte das Gut in ein Fideikomissgut um.

1920 übernahm es der Sohn Rudolf von Krauss, welcher Gerda von Zenker, die Tochter des Generals Richard von Zenker, Erb- und Gerichtsherr auf Pommritz, geheiratet hatte.

Schlosspark

1921 brannte das Schloss teilweise ab, wobei es auch ein Todesopfer zu beklagen gab. Der legendäre Gröditzer Goldschatz der Bienerttochter soll dabei ebenfalls verbrannt sein. 1922-24 wurde Gröditz unter Bodo Ebhard, dem Stararchitekten und Burgenrestaurator des letzten sächsischen Königs wieder in seiner ursprünglichen Form aufgebaut und um einen Altan erweitert.

1944 starb Rudolf von Krauss und das Gut ging auf seine Ehegattin Gerda von Krauss- von Zenker über. 1945 wurde die Familie enteignet. Das Gebäude beherbergte nach 1945 Flüchtlinge, war seit 1949 Tuberkulose-Heilanstalt und später Außenstelle des Fachkrankenhauses Großschweidnitz.

2006 initierte der Grossneffe von Gerda von Krauss Beatus E. H. von Zenker zu Pommritz eine Stiftung.

Seit April 2007 engagiert sich der Förderverein pro Gröditz eV. gemeinsam mit Beat von Zenker für den Erhalt des Schlosses und konnte 2008 das Naturschutzgebiet Gröditzer Skala vor einem Teilverkauf retten. Stattdessen soll diese Anlage über den Naturschutzpark Schloss Gröditz zum Leben erweckt und der Öffentlichkeit zugeführt werden.

Roland Pässler, Historiker, Bühlau bei Grosshartau

Pilgerherberge

Wer im Mittelalter den Pilgerweg nach Santiago di Compostela zum Grab des heiligen Jakobus unter seine schmerzenden Füsse nahm, wurde von der röm.-kath. Kirche mit einem vollkommenen Ablass seiner Sünden belohnt.

Pilgerherberge

Die Gründe für heutiges Pilgern sind vielschichtig und anderer Natur. Die Idee der Pilgerherberge im Areal des ehemaligen Ritterguts Gröditz wurde 2005 zwischen dem damaligen Superintendenten Pappai und Herrn Beat v. Zenker geboren.

Das ehemalige Waschhaus von 1954 bot sich dafür an. Vor dem Umbau war es umringt von grauen Garagenzeilen und einer wilden Mülldeponie. Nach Rückbau nicht denkmalsgerechter Häuserzeilen musste das Waschhaus von grundauf mit viel Mühen erneuert werden.

Dabei wurden auch alte Teilelemente wie das heutige Eingangsportal gerettet.

Die Pilgerherberge Santa Martha in Gröditz ist registriert, anerkannt im Verein Ökumenischer Pilgerweg e.V. der Bundesverdienstkreuz-Trägerin Esther Zeiler und steht traditionsgemäß zur Pilgergeschichte unter dem Schutz des Johannitersordens.

Eine große Küche mit eingebautem Kachelofen lädt zum Verweilen an. Dusche/WC, Waschmaschine und ein Kaminofen mit Glastür sorgen für Komfort. Es stehen 5-6 Betten zur Verfügung.

Die Mitglieder des Fördervereins „Pro Gröditz e.V.“ werden Sie in unserer Pilgerherberge willkommen heißen.

Eine Buchung /Reservierung der Herbergenplätze kann erfolgen per Telefon: +49 (0)174 66 80 077 oder mittels Kontaktformular.

Gröditzer Skala

Zwischen Weicha und Gröditz hat sich das Löbauer Wasser seinen Weg durch den Felsen gebahnt und das Engtal sehr abwechslungsreich geformt. Dieses reizvolle Areal trägt den Namen Gröditzer Skala. Wanderwege verlaufen zwischen steilen Felsen und münden in lichten Wäldchen.

Gröditzer Skala

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erfolgte vermutlich die Erschließung und Gestaltung der Gröditzer Skala in Zusammenarbeit mit den Besitzern des benachbarten Ritterguts Weicha, da beide Rittergüter Flächenteile der Gröditzer Skala in ihrem Besitz hatten.

Die auf Karten vom Anfang des 20. Jahrhunderts dargestellten Wege im Tal des Löbauer Wassers weisen auf eine solche durchgehende und gemeinschaftliche Gestaltung hin. Zeugnisse dieser Zeit sind mehrere Sitzplätze, Aussichtspunkte, der „Mosesfelsen“ mit Inschrift eines Auszuges aus den Versen von Horaz sowie Wegeerschließungen von Gröditz als auch von Weicha.

Bereits 1938 wurde die Gröditzer Skala wegen ihrer naturräumlichen Ausstattung (wertvolle Pflanzengesellschaften, seltene Tierarten, geologische Besonderheiten) als erstes offizielles Naturschutzgebiet des Kreises Bautzen erklärt. Dabei spielte auch die reizvolle Umgebung mit dem markanten Schloss Gröditz und der Schanze eine große Rolle. Die Gröditzer Skala wurde damals unter „großen Geldopfer“ durch den Sächsischen Heimatschutz erworben.

Mit einer Gesamtfläche von ca. 40 ha ist die Gröditzer Skala Lebensraum vieler heimischer Pflanzen und Tiere.

Projekt: Naturschutzpark Schloss Gröditz

Lange Zeit war es still um Gröditz geworden – seitdem die Schlossanlage als TBC-Heim und später als Außenstelle des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz genutzt wurde, gab es keinen Zugang für die Öffentlichkeit und das Interesse an dieser Anlage und der angrenzenden Gröditzer Skala verringerte sich.

Gröditzer Skala

Mit den vorhandenen Mitteln wurden nur geringe Erhaltungsmaßnahmen finanziert, der Komplex verfiel zusehends, sowohl Schanzenanlage, Schlosspark und Skala verschwanden unter einem Pflanzendickicht. Um einem weiteren Verfall entgegenzuwirken, initierte Beat von Zenker, ein Nachkomme der einstmaligen Eigentümer von Krauss, im Jahr 2006 für den Rittergutskomplex eine Stiftung.

Seitdem engagieren wir uns für den Erhalt einer in dieser Form einmaligen Anlage. Wir, das sind die Mitglieder des Fördervereins Pro Gröditz e.V., wollen gemeinsam mit der Stadt Weißenberg und dem Landkreis Bautzen unter dem Namen „Naturschutzpark Schloss Gröditz“ auf die Schönheit dieser Region, auf Besonderheiten der Flora & Fauna aufmerksam und bestehende Strukturen der Öffentlichkeit in Form eines sanften Tourismus zugänglich machen.




Was bedeutet „Naturschutzpark Schloss Gröditz“?

Neben dem Erhalt und der Sanierung des Schlosses sollen Schlosspark und Schanzenanlage rekonstruiert werden. Erste wichtige Schritte hierfür sind bereits erfolgt – der Wildwuchs ist entfernt, Müll wurde großflächig beseitigt und auf historischen Plänen des Architekten Bodo Ebhardt wurde ein Rondell angelegt.

In der Gröditzer Skala sollen öffentliche Wanderwege wiederhergestellt und Naturlehrpfade angelegt werden. Geplant ist auch die teilweise Rekonstruktion der historischen Badelandschaft.

Die Fischteiche im Park zu Gröditz

Zur Herrschaft Gröditz gehörten schon immer Fischteiche. Pfarrherr und Herrschaft liebten nämlich gleichermassen der Wassergöttin reiche Gaben.

Die Fischteiche im Park sind aber das Versuchobjekt einer Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gerda von Krauss geborene von Zenker z. Pommritz legte diesselben nämlich 1921 an. Bis 1920 hatte ihre Schwiegermutter Klara von Krauss, Tochter aus der Bienertmühle Dresden, noch das Gut besessen. Mit Einzug der jungen Herrin ging auch der Generationenwechsel vonstatten und Gröditz ging als Fideikommissgut an Rudolf von Krauss, ihrem einzigen Sohn über.

Karpfen waren damals grosse Mode und kaum ein Festessen ohne Karpfen und den neumodischen Champagner. Gerda stammte ihrerseits aus einer unternehmerischen Familie, der das Rittergut Pommritz in Hochkirch gehörte, das später Weltruhm als Forschungsanstalt erringen sollte. Pommritz war mit seinen rund 150 Hektaren Ackerland nicht sehr gross, hatte sich aber auf Heilkräuteranbau spezialisiert und belieferte Apotheken von Dresden bis Berlin. Dieses Beziehungsnetz wollte man nun mit der Karpfenzucht neu ertesten.

Zwei grosse Becken wurden angelegt als erste Probe und mit einem reizenden Aufenthaltshäuschen mit dem sinnigen Spruch „Petri Heil“ versehen. Gemäss Rousseaus Prinzipien, dem Zurück zur Natur sollte Nützliches mit Angenehmen verbunden werden.

Die Erfolge schienen zuerst dem neuen Projekt recht zu geben. Aber nach einem besonders harten Sommer starben viele der Karpfen an Sauerstoffmangel und die Zucht wurde aufgegeben, da sie mit zuviel Unsicherheit behaftet war. Während der Zeit der DDR machte man ähnliche Erfahrungen, nicht wegen der Sommerhitze, sondern wegen der Überdüngung der Felder. Wenn auch aus der Fischzucht nichts wurde, so galt der Platz bis spät in die 60er Jahre als Platz für Verliebte.

Die Ruinenreste wurden irgendwann abgetragen, die Fischteiche versandeten – nach der Wende wegen mangelnden Unterhaltes. Im Gedächtnis der Familie Paulick und Porsche haben sich jedoch Erinnerungen und Gott sei Dank auch erste Fotografien als Beweise erhalten und bewahrt. Uneigennützig hatten dieselben auf freiwilliger Basis jahrzehntelang den Unterhalt besorgt, bis die Last des Alters eine Fortführung nicht mehr zuliess. Nun sollen die Fischteiche wiederhergestellt werden und Amphibien als Laichgewässer dienen. Die Arbeiten hierzu haben bereits begonnen.

Historische Postkarten und Fotos

Sie haben noch alte Postkarten oder Fotos von Gröditz/Weißenberg zuhause?

Dann würden wir uns glücklich schätzen, wenn Sie sich mit uns per Post oder über unser Kontaktformular in Verbindung setzen.

Förderverein Pro Gröditz e.V.

Ansprechpartnerin: Frau Dr. Gudrun Hetzel

Am Schloß 12

02627 Weißenberg OT Gröditz

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Heiraten auf Schloss Gröditz

Trauen Sie sich und feiern Sie anschließend mit Ihren Gästen in einem besonderen Ambiente. Nutzen Sie die Möglichkeit, sich gleich in der Gröditzer Kirche trauen zu lassen – denn es liegt uns am Herzen, dass Ihr Tag entspannt verläuft.

Für Ihre Gesellschaft stehen Ihnen verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung. Schloßpark und Gröditzer Skala eignen sich besonders für Ihre Hochzeitsfotos.

Im Sommer 2010 fand die erste Hochzeit in unseren Räumlichkeiten statt. Wir freuen uns schon jetzt auf unsere Gäste und wünschen dem anstehenden Brautpaar ein traumhaftes Hochzeitsfest. Und wenn Sie Ihrer Liebe gern noch Form und Farbe verleihen möchten, pflanzen Sie ein Rosenbäumchen!

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