Hervorgehobener Artikel

MDR-Sendung „Mach dich ran!“ – kommt nach Gröditz

MDRWir, der Förderverein Pro Gröditz e. V. , wurden für die Teilnahme an der Sondersendung „Mach dich ran!“ des MDR-Fernsehens ausgewählt. In dieser Sendung werden wir unsere Stadt Weissenberg vorstellen und dabei helfen, die weitere Renovierung des Schlosses Gröditz als wichtiges Kulturgut mit seiner einzigartigen Geschichte zu ermöglichen. Auf den Sieger der Sendung wartet ein erheblicher Preis, den wir natürlich gern gewinnen möchten.

Bereits am 1. Juli 2016 haben wir mit dem Team des MDR weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt Weißenberg besucht. An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich beim Bürgermeister der Stadt, Herrn Jürgen Arlt, Frau Irmgard Wenzel von der Alten Pfefferküchlerei, Frau Manuela Ertel von der Freien Mittelschule Weißenberg, Frau Schulze und den Schülern aus Baruth am Michael-Neumann-Haus ( Mircin Nowak), Herrn Günter Vogel von der Niedermühle, Herrn Ronald Blank und Herrn Arndt Haschke, für die Vorstellung der Skala und des Mosesfelsen inklusive Viadukt, sowie bei der Kirchgemeinde Gröditz, Frau Erika Haufe, Orgel, für die aktive Mitarbeit bedanken. Die 5 ausgewählten Team-Mitglieder des Vereins Pro Gröditz e.V. haben zur Vorbereitung der Sendung bereits eine lustige Vorstellungsrunde im Park und im Schloss Gröditz dargeboten.

Demnächst beginnt der Wettbewerb, bei dem wir jeweils gegen ein Team aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen antreten. Es müssen also 2 Runden gewonnen werden um ins Finale zu gelangen, welches dann von Stefanie Hertel, moderiert werden wird.  Obwohl dazu viel Glück nötig sein wird, sind doch alle Teilnehmenden erstmal stolz über den Werbeeffekt für unsere Stadt und motiviert und werden ihr Bestes geben um möglichst viele Spiele zu gewinnen.

Der bekannte Moderator des MDR, Mario D. Richardt, wird die Dreharbeiten leiten, die im Park und im Schloss Gröditz stattfinden werden.  Am 31. Juli 2016 ab 10:00 Uhr stehen wir im Schlosspark am Start und würden uns sehr freuen, wenn Sie uns aktiv vor Ort unterstützen und unser Team anfeuern.

Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt und es erwarten Sie kleine kulinarische Überraschungen.

Beat von Zenker, Vorstand Pro Gröditz e. V.

Eine Ärztin fürs Schloss

Gudrun Hetzel ist Gefäßchirurgin. Sie hat sich in das Schloss Gröditz verliebt. Nun verbindet sie Arbeit und Freizeit hier.

Von Kerstin Fiedler

Gröditz. Herzlich willkommen im Schloss Gröditz. Schlossherr Beat von Zenker zu Pommritz und die neue Schlossbewohnerin Dr. Gudrun Hetzel freuen sich über jeden Fortschritt, den das Schloss erfährt. Zum Beispiel den, dass es dort nun eine Wohnung gibt.

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Gerade zwei Jahre ist es her, dass Gudrun Hetzel auf dem Pilgerweg war und dabei auch Station in Gröditz machte. Ihr gefielen Schloss und Park, und sie kam mit dem Schlossherrn ins Gespräch. Das war dann wohl der Beginn einer Freundschaft und für die Gefäßchirurgin der Beginn einer Überlegung, sich noch einmal neu zu orientieren. „Ich war sofort fasziniert von dem, was hier in Gröditz passiert“, sagt sie. Und wurde Mitglied im Förderverein Pro Gröditz. Immer häufiger verbrachte sie ihre Freizeit in Gröditz. Sie holte eine Fotoausstellung ins Gotische Haus, um es bekannter zu machen. Sie ackerte mit beim Parkseminar, und sie besorgte für zwei junge Ärzte Doktorandenthemen vor Ort – mit dem medizinischen Hintergrund der Schlossnutzung. Und irgendwann wurde die Frage, warum sie denn nicht hierherziehen würde, immer häufiger gestellt.

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Neue Wege gehen

„Klar, das wäre eine Entscheidung, die reiflich überlegt sein musste“, sagt Gudrun Hetzel. Doch wann, wenn nicht vor ihrem 50. Geburtstag, sollte sie noch einmal neue Wege beschreiten, fragte sich die 48-Jährige. Und da kam ihr tatsächlich der Zufall zu Hilfe. In der Zeitung las sie eine Anzeige, dass eine chirurgische Praxis in Neugersdorf zu übernehmen sei. Im dortigen medizinischen Versorgungszentrum ging ein Chirurg. Also fuhr sie hin, schaute sich alles an, sprach mit den Kollegen – und überlegte, wo sie denn dann wohnen sollte. Doch das war für Beat von Zenker kein Hindernis. Er ging in die Spur und ließ im Schloss eine Wohnung ausbauen. Über 100 Quadratmeter auf zwei Etagen mit Wohnzimmer, Küche, Wäsche- und Bügelzimmer, Bad, einem Arbeitszimmer mit Blick auf die Pilgerherberge und einem Schlafzimmer, das für ihre Größe in der Höhe gerade so ausreicht und somit sehr gemütlich wirkt. Stein- und Parkettfußböden wurden erhalten und erneuert, Leitungen verlegt, Nachtspeicheröfen aufgebaut. „Es ist eine tolle Wohnung, sehr praktisch und doch gemütlich“, schwärmt Gudrun Hetzel. Am meisten gefällt es ihr, dass sie früh von der Sonne geweckt wird, die von der Skala aus in die Fenster scheint. Am 1. April begannen die Bauarbeiten, am 9. Juni zog sie ein.

Sich heimisch fühlen

Und fühlt sich jetzt schon heimisch. Denn ganz „nebenbei“ hat Gudrun Hetzel nun auch das Veranstaltungsmanagement des Schlosses übernommen. „Wir merken schon jetzt, wie gut es ist, wenn jemand vor Ort im Schloss ist und alles koordiniert“, sagt Beat von Zenker. Und die agile, scheinbar immer gut gelaunte Ärztin, die aus dem Erzgebirge stammt, hat Spaß daran. „Ich sage aber den Leuten auch, dass ich das nicht gelernt habe und als Laie hier verantwortlich bin“, betont Gudrun Hetzel. Erst am vergangenen Wochenende bereitete sie gemeinsam mit Freunden und Vereinsmitgliedern eine Hochzeit vor. Mit ihrer Arbeit lässt sich das gut vereinbaren, findet sie, denn es gibt keine Nachtdienste mehr, außerdem finden weniger große Operationen statt.

Bekannte Gesichter entdecken

Gudrun Hetzel lernte in Leipzig den Beruf einer Krankenschwester. „Ich durfte damals nicht studieren“, sagt sie. Aber immerhin ließ die DDR sie das Abitur machen. Dann arbeitete sie ein Jahr im Katharinenhof Großhennersdorf. Und wurde an einem ihrer ersten Arbeitstage damit überrascht, dass eine Bewohnerin, die sie vor so vielen Jahren dort kennengelernt hat, bei ihr in der Praxis stand. „Manche Gesichter vergisst man eben nicht“, sagt Gudrun Hetzel. Selbst hat sie keine Kinder, dafür aber in Dresden, Leipzig, Thüringen und im Erzgebirge fünf Patenkinder. Und das aus Oderwitz hilft jetzt schon gern im Schloss mit. Nach der Wende bewarb sich Gudrun Hetzel dann noch einmal zum Studium, das sie dann in Leipzig absolvierte. Die Facharztausbildung folgte in Nürnberg. Sie ging ans Klinikum Döbeln, wo sie zuletzt Oberärztin war.

Nun hat sie ein neues Zuhause, eine neue berufliche Herausforderung und eine ehrenamtliche Aufgabe, auf die sie sich sehr freut. „Ich möchte das Gotische Haus zu einem Platz der Begegnung entwickeln“, sagt sie, die „auf keinen Fall der Typ Prinzessin“ ist. Sagt es, und lacht herzlich.

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Schlossgeschichte wird erforscht

Das Schloss war Tuberkulose-, später Behindertenheim. Doch die Hintergründe sind fast unbekannt.

Von Kerstin Fiedler

Schlossgeschichte wird erforscht

So hochmodern wie die medizinischen Geräte an ihrem Arbeitsplatz im Klinikum Döbeln, haben es Anna-Maria Schulz und Alexander Kaden im Schloss Gröditz nicht. Denn dort erforschen die beiden die Geschichte als TBC- und Behindertenheim. © Gudrun Hetzel

Anna-Maria Schulz und Alexander Kaden haben gut lachen. Denn sie haben jetzt im Schloss Gröditz die Themen für ihre Doktorarbeiten gefunden. Dank der Hilfe von Dr. Gudrun Hetzel, in deren Team sie am Klinikum Döbeln arbeiten. Gudrun Hetzel ist verliebt in das Schloss nahe Weißenberg. Sie engagiert sich dort seit Längerem im Förderverein Pro Gröditz, ist oft in ihrer freien Zeit vor Ort, hat schon eine Ausstellung mit auf die Beine gestellt. Als sie die in einem Holzverschlag auf dem Boden des Schlosses gesammelten alten Medizingeräte sah, wurde sie neugierig. Und sie wünschte sich, dass die medizinische Geschichte des Schlosses wissenschaftlich untersucht werden könnte. Nun wird dieser Wunsch Wirklichkeit.

Schlossherr Beat von Zenker und der Förderverein Pro Gröditz unterstützen das Vorhaben der Chirurgin, und so wurden auch schon die Unterlagen gesichtet. 1954 wurden alle Schlösser, die 1945 enteignet wurden, als Schule, Verwaltung oder als Krankenhaus umfunktioniert, weiß von Zenker. Wo eine solche Nutzung nicht machbar war, wurde das Herrenhaus zerstört und es wurde ein Bauernhaus mit Scheune, welches man Neubauernhaus nannte, gebaut. „Die Geschichte der Krankenhäuser, die sich hauptsächlich der Bekämpfung der Tuberkulose widmeten, ist bisher kaum erforscht“, sagt Beat von Zenker.

Sammlung alter Medizingeräte hat gefallen

Warum aber gerade in Gröditz eine Tuberkuloseheilanstalt eröffnet wurde, ob es besondere klimatische oder bauliche Gründe, neben den bekannten politischen Entscheidungen, gab und die Frage, wer nach der Schließung des TBC-Heims entschieden hat, welche Patienten aus Großschweidnitz nach Gröditz verlegt wurden, das sind Fragen, die noch nicht beantwortet sind. Gudrun Hetzel hatte eine Idee. „Nach Abschluss des Medizinstudiums besteht bei den meisten Ärzten der Wunsch, noch den Titel Dr. med. zu erwerben. Und so habe ich die beiden jungen Ärzte bei mir gefragt, was sie von der Idee der Medizingeschichte im Gröditzer Schloss halten“, sagt die sympathische Ärztin. Anna-Maria Schulz, die sich in der Facharztausbildung zur Chirurgin befindet, und Alexander Kaden, der Facharzt für Orthopädie wird, sind dann mit nach Gröditz gefahren, haben auch schon am Parkseminar teilgenommen. Dort ging es mehr um praktische Arbeiten außerhalb des Hauses als um Medizin. Doch offenbar hat den beiden nicht nur das Parkseminar und das Schloss, sondern auch die Sammlung der alten Medizingeräte gefallen.

Schulz und Kaden haben in Leipzig Medizin studiert. Sie ist 30 und stammt aus Lauchhammer. Ihre Doktorarbeit befasst sich mit dem älteren Teil der Geschichte und hat das Thema „Die Entwicklung der Tuberkulosebehandlungsstätte im Schloss Gröditz in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR von 1945 bis 1965“. Kaden, der ein Jahr älter ist, kommt aus Freital. Sein Thema lautet „Entwicklung der psychiatrischen Außenstelle des Klinikums Großschweidnitz im Schloss Gröditz von 1965-1989“. Und obwohl die Themen eigenständig sind, ist es für die beiden angehenden Fachärzte doch einfach, sie gemeinsam zu bearbeiten. Denn sie sind auch privat ein Paar und leben in Leipzig.

Doktorvater ist gefunden

Das Vorhaben wäre aber immer noch nur eine Idee geblieben, wenn nicht Prof. Dr. Caris-Petra Heidel, die Direktorin des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Dresden, Gefallen an den Themen gefunden hätte. Ihr Institut befasst sich seit einiger Zeit mit der medizinhistorischen Geschichte nach 1945. Und nun wird sie die Doktorarbeiten der beiden betreuen. „Das ist immer am schwierigsten, einen Doktorvater zu finden“, sagt Gudrun Hetzel. Nun gut, in dem Fall ist es wohl eine Doktormutter.

Nun würden sich alle Beteiligten freuen, wenn die Bürger aus der Region, die Hinweise und vielleicht auch Material für das Erstellen der wissenschaftlichen Arbeiten haben, sich melden. Auch Zeitzeugen werden gesucht. „Dann kann auch unsere kleine Medizingeräte-Sammlung vielleicht beschriftet und öffentlich gemacht werden“, sagt von Zenker.

Kontakt über den Förderverein, Stichwort TBC-Schloss Gröditz: pro-groeditz[at]web.de

Artikel-URL:
http://www.sz-online.de/nachrichten/schlossgeschichte-wird-erforscht-3312292.html